Mit einem historischen 9:0-Heimsieg gegen den SV Kickers Pforzheim ist der VfR Mannheim auf den dritten Tabellenplatz der Verbandsliga Nordbaden vorgerückt. Da die beiden Spitzenteams aus Lauda und Walldorf ihre Spiele ebenfalls gewinnen konnten, beträgt der Abstand weiterhin vier bzw. drei Punkte.
Ein 9:0 im heimischen Rhein-Neckar-Stadion? Daran konnte sich keiner der treuen VfR-Anhänger erinnern. Und zumindest seit über 30 Jahren hatte es für den VfR keinen höheren Erfolg auf heimischem Gelände gegeben. In der ersten Regionalliga-Saison 1994/1995 hatten die Rasenspieler mal einen ähnlich hohen Sieg eingefahren. Gegen den SV Lohhof hieß es damals aber ‚nur‘ 8:0!
Dabei sah es zur Halbzeit überhaupt nicht nach einem Kantersieg aus. Erst mit einem Doppelschlag durch Joseph Olumide (34.) und Niko Pavic (35.), die beide per Kopfball ins Pforzheimer Gehäuse trafen, bogen die Blau-Wei-Roten auf die Siegerstraße ein. Zur Pause stand es als noch 2:0.
Nach dem Seitenwechsel nahm der Torexpress des VfR aber so richtig Fahrt auf und überrollte die Goldstädter buchstäblich. Kapitän Piero Adragna eröffnete in der 51. Minute den Torreigen in Halbzeit zwei. Mit der Brust hatte er den Ball angenommen, um ihn dann volley aus zwanzig Metern ins Tor zu hämmern. Ein klasse Treffer! Nur vier Minuten später ein schönes Zuspiel in den Lauf von Dennis Lodato und der erhöht mit freundlicher Unterstützung eines Pforzheimers, der den Ball entscheidend abfälscht, auf 4:0 (55.). Im Zweiminutentakt ging es weiter, und zwar mit Niko Pavic als Hauptdarsteller. Erst grätscht der VfR-Stürmer aus kurzer Distanz erfolgreich in eine Flanke von Adragna – 5:0 (57.). Wenig später köpft er dann eine Hereingabe von Max Denefleh wunderschön in die Maschen (59.). Sein sechstes Saisontor gleichzeitig das 6:0 für die Mannheimer.
Mit einem weiteren Doppelschlag erhöhte die Atik-Elf dann auf 8:0. Und erneut stachen auch die Joker! Die beiden zur Halbzeit eingewechselten Salih Özdemir (65.) sowie erneut Dennis Lodato (67.) zeigten mal wieder, dass der VfR auch von der Bank derzeit immer wieder Qualität nachlegen kann.
Es schien zu diesem Zeitpunkt alles auf ein zweistelliges Ergebnis hinauszulaufen, doch der VfR schaltete nun ein paar Gänge runter. Einen Treffer bekamen die Zuschauer dann aber doch noch zu sehen, der den Rekordsieg letztendlich perfekt machen sollte. Bei seinem ersten Saisoneinsatz traf mit Ömer Faruk Bilici dann auch der dritte Einwechselspieler. Nach einem schönen Spielzug über mehrere Stationen hatte der 19-jährige im Strafraum die Übersicht behalten und die Kugel mit einem halbhohen Schuss im Gästetor untergebracht (88.).
Das 9:0 gleichzeitig auch der Endstand von dem vor allem einer bedient war: Gökhan Gökce. Der Pforzheimer Trainer verließ noch vor der anschließenden Pressekonferenz das Rhein-Neckar-Stadion. Für ihn stand schließlich der Sportliche Leiter Renato Staresina neben VfR-Trainer Hakan Atik Rede und Antwort.
Sven Wolf
