Stadiondaten
| Genutzt von | Mariendorfer SV 06 |
|---|---|
| Eröffnet am | 1928 |
| Kapazität | 9.000 Stehplätze, davon 2.000 überdacht |
| Zuschauerrekord | – |
| Ausstattung | Laufbahn |
| Adresse | Prühßstraße 90, 12109 Berlin-Tempelhof |
Stadionbilder

Stadiongeschichte
Von den ersten Plänen bis zur Eröffnung (1920er bis 1935)
Die Geschichte des Volksparkstadions Mariendorf ist eng mit der Entstehung der umliegenden, rund 13 Hektar großen Grünanlage verwoben. Erste städtebauliche Entwürfe für das Gelände reichten bereits in die Jahre 1907 und 1913 zurück, als man primär über reine Wohnbebauung nachdachte. Nach der Eingemeindung Mariendorfs nach Groß-Berlin im Jahr 1920 nahm die Idee eines Erholungsparks für die Bevölkerung Gestalt an: Der sozialdemokratische Baustadtrat Friedrich Küter trieb das Projekt ab 1922 entschlossen voran, und 1923 folgte der erste Spatenstich.
Konzipiert wurde das Gesamtensemble vom renommierten Berliner Stadtgartendirektor und Landschaftsarchitekten Erwin Barth. Während das Spielfeld des Stadions bereits 1928 angelegt wurde und der Park am 29. Juni 1931 offiziell seine Pforten öffnete, verstrich bis zur Vollendung des Stadions noch etwas Zeit: Erst 1935 wurde die damalige ‚Kampfbahn‘ fertiggestellt. Aus dieser Entstehungsphase stammen die heute denkmalgeschützten, leicht verwitterten Steinstufen in den Kurven, die den historischen Charakter der Anlage prägen.
Nachkriegszeit, Modernisierung und das neue Wahrzeichen (1950er bis 1994)
In den 1950er-Jahren erfuhr das Stadion im Zuge einer umfassenden Parksanierung seine erste größere Modernisierung und erhielt erstmals ein einfaches Tribünendach. Den nachhaltigsten optischen Wandel erlebte die Spielstätte jedoch im Jahr 1994: Direkt vor den alten Steintraversen wurde eine moderne Haupttribüne errichtet. Sie bietet 2.000 überdachte Sitzplätze und erzeugte einen prägnanten architektonischen Kontrast zwischen den bewachsenen historischen Rängen und zeitgemäßem Stadionkomfort.
Das Stadion heute: Sportstätte und Berliner Kulturinstitution
Mit einer Gesamtkapazität von rund 9.000 bis 10.000 Zuschauern gehört das Volksparkstadion an der Prühßstraße heute zu den sieben größten Stadien Berlins. Es ist das sportliche Zuhause des Fußball-Berlin-Ligisten TSV Mariendorf 1897 sowie des direkt benachbarten Mariendorfer Hockey-Clubs 1931. Neben dem regulären Spielbetrieb auf den modernen Kunstrasen-Nebenplätzen dient das Stadion regelmäßig als Kulisse für große regionale Sportereignisse – etwa als Austragungsort der Pokalfinalspiele des Berliner Fußball-Verbands.
Auch kulturell ist das Areal tief im Bezirk verwurzelt: Während der traditionsreiche ‚Kulturlustgarten‘ über Jahrzehnte Anlaufstelle war, verwandelt sich das Stadiongelände seit 1984 jeden Sommer beim ‚Rocktreff‘ – Berlins größtem Open-Air-Festival für Amateur-Rockbands – in eine Festivalbühne. Das Zusammenspiel aus aktiver Sportnutzung, Kulturveranstaltungen und der spürbaren Tradition auf den Rängen macht das Volksparkstadion Mariendorf bis heute zu einem besonderen Ort Berliner Sportgeschichte.
