Im Vorfeld der heutigen Partie deutete sich Personalnotstand an. Mit den Herren Lorenz, Jünemann, Thiede, Schröder, Oeynhausen, Martin Hummelt und Winkler fehlten eine gute halbe Mannschaft und als dann kurz vor dem Spiel auch noch Flo Römer wegen Leistenbeschwerden rotes Licht gab, waren es schon acht Leute, die ausfielen. Um das zu kompensieren, wurde ‚Jockey‘ Kedziora aus dem Altherrenteam geholt und Mario Oweisi aus der Reservemannschaft ‚befördert‘, der die Position im rechten Mittelfeld übernahm. Des Weiteren wurde die Bank u.a. durch zwei Leute der Zweiten, die im Vorspiel gegen die Sternereserve den ersten Sieg erringen konnten, besetzt. Vielen Dank an Berti und Micha für ihre Bereitschaft.
Und an solch einem Tag standen die Aufstiegsfavoriten der Sterne auf der Gegenseite. Wenn man sich vor Augen führt, was da auf dem Platz stand. Nur um die Namen Preckel und Tönniges zu nennen: das sind Stadtligaballermänner allerersten Formats und Ostwald wirbelt regelmäßig gegnerische Reihen durcheinander. Mit Daniel Goldgräbe saß ein ehemaliger Stadtligatorschützenkönig sogar nur auf der Bank. Vor dem Anpfiff wurde Ronny Lux noch vereinsintern mit seiner zweiten Torjägerkanone ausgezeichnet. Vor zwei Jahren war er mit 26 Toren in 18 Spielen bester Ballermann der zweiten Stadtklasse. Im letzten Jahr schaffte er das Kunststück eine Liga darüber und netzte 23 Mal in zwanzig Einsätzen ein. Was durch die unermüdliche Ballerei völlig durch die Lappen ging: Ronny hat vor 14 Tagen mit seinem ersten Tor gegen Handwerk II als erster Besiegdas-Spieler die 100-Tore-Schallmauer durchbrochen und kommt vor dem heutigen Spiel auf 103 Tore in 81 Pflichtspielen. Doch genug der Vorrede, ab aufs Spielfeld. Es begann schlimmer als befürchtet:
Nach einigen Minuten, in denen beide Teams zu tun hatten, bei dem Dauerregen ins Spiel zu kommen, leistete sich Schiri Look den ersten Fehler, der jedoch in keinster Weise erahnen ließ, was diesbezüglich noch folgen sollte – er entschied nach dem Schuss eines Sterne-Akteurs, der vorbei zielte, völlig überraschend auf Eckball. Die Meinung dürfte er exklusiv gehabt haben, doch leider wurde er vom Assistenten nicht korrigiert. Jedenfalls mussten auch die Sterne-Vertreter lächeln, erst recht als im Anschluss an diese Ecke Kai Röhlinger zum frühen 0:1 traf. Als nur vier Minuten später Torwart Moser und Verteidiger Werner den Ball gemeinschaftlich für Tönniges durchließen, konnte dieser seelenruhig das 0:2 erzielen. Das war ein total dummes Tor und noch unnötiger als das erste. Doch es kam noch dicker: nach einem Fehler in der Vorwärtsbewegung über die rechte Seite wurde der Ball abgefangen, gelangte zu Nils Röhlinger, der sich mit dem Ball in Richtung linkes Strafraumeck bewegte und von dort mit links trotz ungünstigem Winkel abzog und ins Eck traf. Puh – da klappte alles! 0:3 nach 22 Minuten. Das machte einem Angst und bange. Doch die nächste gelungene Aktion gelang den Hausherren. Schröter ließ an der Strafraumgrenze einen Gegenspieler Aussteigen, spielte den Ball zu Libero Kahl – der sich auf Grund einer vorherigen Freistoßentscheidung noch in gegnerischen Gefilden aufhielt – und dieser traf zum 1:3. Nur wenige Minuten danach setzte sich Ralle Amende über rechts durch, flankte vor das Tor auf Ronny Lux, der den Ball jedoch nicht richtig traf und vorbei schoss. Bis zur Pause geschah nichts Nennenswertes mehr, beide Teams neutralisierten sich.
Nach Wiederanpfiff gaben die Hausherren richtig Gas und in der 47. Minute konnte Ronny Lux nach Oweisi-Vorarbeit von rechts mit der Hacke den Anschluss erzielen – Tor Nr. 9 in dieser Saison und Nr. 104 in der Besiegdas-Historie. Und jetzt war Besiegdas besser und setzte die Gäste unter Druck. Profit in Form von Chancen konnte man sich jedoch nicht erarbeiten, also war geduldige Arbeit angesagt. Zwischendurch gab es beiderseits riesige Aufreger, als vom Schiedsrichter- Gespann in Regelmäßigkeit extreme Fehlentscheidungen getroffen wurden. Das betraf zwar vor allem ‚nur‘ Einwurf- und Eckstoßentscheidungen, doch war schon haarsträubend, was hier gepfiffen wurde. Als weitere bemerkenswerte Fußnote war die Auswechslung Gordon Ostwalds festzustellen, der einen raabenschwarzen Tag hatte und von unserer Defensivabteilung prima zugedeckt wurde. Als noch knapp zwanzig Minuten zu spielen waren, wurden die Bemühungen mit dem Tor des Tages belohnt. Naumann spielte den Ball über rechts zu Amende, der ließ prima zu Schröter prallen. Schröter wiederum passte von rechts zum sich knapp 25 Meter mittig vor dem Tor befindlichen ‚Harti‘ Hummelt, der den Ball direkt auf das Tor schoss und exakt in den Winkel traf. Ein herrlicher Treffer und großer Jubel über den verdienten Ausgleich. Nachdem man sich gefangen hatte, konnten die Sterne ihre erste gelungene Offensivaktion in der zweiten Hälfte erarbeiten, als Schimmelpfennig das Lattenkreuz traf. In den abschließenden zwei, drei Minuten hatten beide Teams die Chance, die drei Punkte zu gewinnen. Eine Besiegdas-Ecke wurde am kurzen Pfosten direkt neben diesen befördert, da hatten die Sterne etwas Glück. Im schnellen Gegenstoß wurde Tönniges behindert, konnte trotzdem mit Ball vor das Tor kommen, wo jedoch Torhüter Moser die Situation entschärfte. Wiederum im spielte Ronny Lux einen wunderbaren Ball auf die rechte Seite, wo Mario Oweisi den Ball aufnahm und in Richtung Tor bewegte. Das war die dickste Gelegenheit zu einem Siegtreffer, doch Mario semmelte den Ball über den heraus laufenden Torhüter Bartsch und das Tor. Schade!
Fazit: Wir sind nach einem 0:3-Rückstand zurückgekommen und das in dieser Personalsituation gegen diesen Gegner! Hut ab die Herren und Glückwunsch zu diesem absolut verdienten Punkt!
Ausblick: Am kommenden Samstag erwartet uns der bisher verlustpunktfreie Spitzenreiter, der FSV 1895. Wenn man hier einen oder sogar mehrere Punkte entführen will, kann man sich so eine Anfangsphase wie gegen die Sterne wohl kaum erlauben.
SSV Besiegdas 03 Magdeburg: Moser – Kedziora (67. Garz), Kahl, Werner, Schröter, Marcus Hummelt, Bierstedt, Naumann, Oweisi, Amende, Lux
Roter Stern Sudenburg: Bartsch – in der Au, Hoffmann, Preckel, Seidel, Schimmelpfennig, Nils Röhlinger, Berger (70. Kiefer), Ostwald (64. Bendler), Tönniges, Kai Röhlinger (57. Grüning)
Schiedsrichter: Look
Assistenten: Wittig, Kreuziger
Gelbe Karten: Kedziora, Werner, Hummelt, Amende, Lux / Bartsch, Seidel, Grüning
Zuschauer: ca. 25
Tore: 0:1 Kai Röhlinger (8.), 0:2 Daniel Tönniges (12.), 0:3 Nils Röhlinger (22.), 1:3 Matthias Kahl (27.), 2:3 Ronny Lux (47.), 3:3 Marcus Hummelt (71.)
