Nach der bitteren 4:5 Heimniederlage am letzten Wochenende und dies nach 4:1 Führung waren sich die Leipziger Fans im Vorfeld des Spiels nicht so ganz sicher was sie von ihrer Mannschaft erwarten können. Hatte es der Trainer geschafft dieses Negativerlebnis aus den Köpfen seiner Spielerinnen zu bekommen und würde die Mannschaft frei aufspielen? Die Antwort gab es zumindest in den ersten Minuten der Partie, denn da agierten die Leipzigerinnen sehr druckvoll.
Leipzig in Halbzeit Eins von Rechts nach Links spielend fing den Gerstener Anstoß sofort ab. Safi Nyembo setzt sich sehr gut über links außen durch, nur erreichte ihre Flanke in den Strafraum keine Mitspielerin, da keine mitgelaufen war. Nur zwei Minuten später war es erneut Nyembo die sich gegen zwei Gerstener Abwehrspielerinnen behaupten kann und den Ball für Yvonne Wutzler auflegt. Doch deren Schuss streift über die Querlatte. Gerstens Trainerin Maria Reisinger wurde zu diesem Zeitpunkt an der Außenlinie laut und mahnte ihre Mannschaft, nicht solchen „Alibi-Fußball“ zu spielen. Diese Ansage schien angekommen zu sein, denn danach zeigte Gersten zweimal gut vorgetragenen Angriffsfußball und die Torschützenkönigin der letzten Saison, Martina Fennen, hatte in der 7. und 9. Minute gleich zweimal die Chance zur Gerstener Führung auf dem Fuß. In dieser Phase ließ Leipzig die Gäste einfach zu sehr spielen und so war es jetzt der Leipziger Trainer Sven Thoß, der lautstark von der Seitenlinie forderte, dass seine Mannschaften doch die Positionen wieder beziehen und halten soll.
Damit war der Anfangsschwung beider Mannschaften aber auch schon vorüber und im anschließenden Interview kritisierte der Leipziger Trainer die erste Halbzeit seiner Mannschaft, da er nach dem Ergebnis des letzten Wochenendes erwartet hätte, dass von Beginn an eine „messerscharfe Mannschaft auf dem Platz steht“. So dauerte es bis zur 31. Minute ehe es Leipzig mal wieder gelang einigermaßen gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Nur fehlte, wie bei vier weiteren Möglichkeiten in den nächsten zehn Minuten, den Leipzigerinnen die letzte Konsequenz, um aus den Möglichkeiten Tore zu machen. Gersten machte nach den Chancen zu Beginn des Spiels nur in der 43. Minute noch einmal auf sich aufmerksam, indem die Abwehr eine Hereingabe von Leipzigs Franziska Möttig unterläuft. Halbrechts an der Strafraumgrenze nimmt Lysann Schneider den Ball Volley und verwandelt mit einem sehr sehenswerten Schuss unhaltbar für die Gerstener Torfrau zur Leipziger Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff zieht dann noch Franziska Thieme aus gut 35 Metern ab und ihr Schuss streicht nur knapp am linken Pfosten vorbei.
Halbzeit und die Leipziger Fans bangten, dass der zweite Spielabschnitt nicht ähnliche Unkonzentriertheiten bringen wird, wie in jedem Heimspiel zuvor.
Beide Mannschaften kamen mit ähnlichem Schwung aus der Kabine wie zu Beginn der Partie und Leipzig hatte bis zur 48. Minute bereits drei Ecken in der zweiten Halbzeit auf dem Konto. Nur endete auf beiden Seiten jeder Angriffsversuch an der Strafraumgrenze oder der letzte Ball war dann einfach zu harmlos gespielt. In der 57. Minute schien ein Angriffsversuch der Leipzigerinnen erneut ergebnislos zu enden. Aber wie beim ersten Leipziger Tor leistete die Gerstener Abwehr erneut Schützenhilfe und unterlief wieder eine Hereingabe. Der Ball kam an der halblinken Strafraumgrenze auf den Fuß von Yvonne Wutzler. Wir wissen nicht ob sie es sich dachte, dann ziehe ich einfach mal ab, denn eine freie und somit anspielbare Mitspielerin war nicht in der Nähe, aber sie tat es. Ähnlich schön wie zuvor das Tor von Lysann Schneider segelte der Ball über die Gerstener Torfrau und schlug unhaltbar im langen Toreck ein. Nur zwei Minuten später hätte Michaela Markova die Spielentscheidung herbeiführen müssen. Zweimal bekommt sie aus vier Metern die Chance zum Torerfolg, doch beide Male scheitert sie an der Gerstener Torfrau. Erschreckenderweise war bis zur 70. Minute von Gersten nichts mehr zu sehen. In dieser gab es für sie auch erst den 1. Eckball in der 2. Habzeit, aber im Ergebnis mit einem gefährlichen Kopfball der nur knapp am linken Pfosten vorbei ins Aus ging. Schneider mit einem Kopfball in der 76., Nyembo mit Schuss aus 12 Metern in der 77. und mit Kopfball in der 82. Minute hatten danach weitere Möglichkeiten die Leipziger Führung auszubauen.
So kommt es aus Leipziger Sicht zum Schönheitsfehler der Partie. In der 90. Minute gewährt man Gersten gleich noch drei Einschussmöglichkeiten. Der erste Ball geht gut 8 Meter übers Leipziger Tor. Den zweiten Ball kann die Abwehr zur Ecke klären. Die anschließende Ecke wird zu kurz abgewehrt und Gerstens Neuzugang Sandra Meiners erzielt aus 10 Metern den Anschlusstreffer zum 2:1 Endstand.
1.FC Lok:
Schumann , Krengel, Aulrich, Möttig, Rademacher, Thieme, Heller, Markova (80. Wieruch), Nyembo, Schneider (85. Greulich), Wutzler (73. Fleischer)
Victoria Gersten:
Oude-Wesselink, Heitmann, S. Schneider, Börger, Klumpe (89. Wennecker), Tepe (76. Moß), Baumann (60. Rohling), Meiners, Kieras, Sieksmeyer, Fennen
Tore: 1:0 Schneider (43.), 2:0 Wutzler (57.), 2:1 Meiners (90.)
Karte(n): keine
Schiedsrichter: Raith (Ansbach)
Zuschauer: 175
(Text, Bild, Video – 1. Fanclub Leipziger Frauenfußball – www.loksche.com )
