Bei den Reinickendorfer Füchsen fehlte aus den verschiedensten Gründen fast die halbe Stamm-Mannschaft, beim Brandenburger SC Süd 05 saß Torjäger Andreas Fricke auch nur auf der Bank. Dafür hatte die Fußball-Bundesliga mit Schiedsrichter Christian Schößling (Markranstädt) einen ganz hochkarätigen Vertreter seiner Zunft abgestellt. Was aber nichts daran änderte, dass BSC-Trainer Ralf Gutschmidt hinterher mit der Leistung des Referees ziemlich haderte.
Füchse-Trainer Christian Backs, der sogar schon an Schulungsveranstaltungen für die ‚men in black’ teilgenommen hat, sah den Erfolg seiner jungen Rumpf-Mannschaft hingegen grundsätzlich in einer kämpferisch überzeugenden Leistung begründet. Unabhängig von der Leistung des Schiedsrichters…
Die Brandenburger waren auf jeden Fall gerade in der Startphase vom wieder erwachten Kampfgeist der Reinickendorfer überrascht und wurden vom bekannten Hurra-Fußball der Hausherren in die Schranken verwiesen. Quasi als Zuschauer ließen sie die Grün-Weißen agieren und auch BSC-Torhüter Marcus Jurzik ließ sich von der ersten Agonie anstecken: Der 1:0-Führungstreffer in der 28. Minute durch Kim Schwager geht allemal auf sein Konto.
Danach spielte der Mitaufsteiger aus Brandenburg ein wenig engagierter und versuchte, sich etwas besser zu darzustellen, doch irgendwie blieb dieses Ansinnen absolut erfolglos. So ging man auch mit der 1:0-Pausenführung der Füchse in die Kabinen. Dorthin war bereits vorher als nächster Verletzter bei den Reinickendorfern Nidal Swaidan verschwunden, bei dem eine Zerrung wieder für Probleme sorgte. Ihn ersetzte noch in Halbzeit eins Patrick Huse.
Trainer Christian Backs war sicherlich mit dem engagierten Auftreten seines Team nach den teilweise desolaten Leistungen der Vorwochen ganz zufrieden und diese Zufriedenheit wurde noch größer, nachdem Ertan ‚Die Feder’ Yatkiner in der 51. Minute mit einem seiner typischen Kopfbälle nach Ecke von rechts zur 2:0-Führung einnickte.
Im Überschwang der Freude zeigten die Reinickendorfer Füchse jetzt zwar weiterhin erstklassige und prima herausgespielte Kombinationen, doch auch immer wieder frei vor dem Brandenburger Tor auftauchende Spieler waren nicht in der Lage, weitere Torchancen zu nutzen. Insbesondere mit Vahit Engin hatte der Füchse-Trainer dann aber genug Mitleid und gönnte ihm mit einer Auswechslung (55. Minute – dafür kam Lutuf Dinc) den offensichtlich notwendigen Abgang.
Groß änderte sich aber nichts und in der 78. Minute kam es dann, wie es kommen muss … mit einem sauberen und platziert ins rechte Eck geschossenen Freistoß verkürzte Brandenburg auf 2:1. Bis dahin hatte die Abwehr um den vorher gut aufgelegten Christian Schönwälder alles richtig gemacht.
Doch dieser war zum Zeitpunkt des Gegentores gar nicht mehr auf dem Platz, denn nach der zweiten gelben Karte innerhalb von nur zwei Minuten ging es mit Gelb-Rot frühzeitig in die Kabine (72.).
Offensichtlich ist es aber wirklich schwer, gegen einen Gegner zu spielen, der in der Unterzahl auf dem Platz steht. Schon in der 80. Minute stellte Selim Kiyak nach grandiosem Flankenlauf von Patrick Baer und einer anschließend perfekt getimten Flanke mit seinem Treffer zum 3:1 den alten Abstand wieder her.
Danach berannten die Brandenburger noch einmal mit Nachdruck das Tor der Füchse, doch außer einem Treffer in der Nachspielzeit und aus dem Gewühl heraus gelang nichts mehr. Ende gut, alles gut – zumindest für die Reinickendorfer Füchse, die mit diesem Sieg wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen.
Bemerkenswert übrigens, dass in der 75. Minute erstmals nach seiner schweren Verletzung (Jochbein-Bruch) Ferdi Goergen wieder auf dem Platz stand. Er ersetzte den farblosen Celal Aygün, der anscheinend mit der Rückennummer 13 nicht zurecht kam…
Jetzt geht es am nächsten Oberliga-Spieltag zum Aufstiegsaspiranten BFC Dynamo ins Sportforum Hohenschönhausen. Vom Papier her eine sichere Angelegenheit für das Team in Weinrot und Weiß, doch der vielfache Deutsche Meister mit dem seinerzeitigen Dreamteam des BFC Dynamo, der heutige Füchse-Trainer Christian Backs, wird sich mit seinem Team bestimmt so teuer wie möglich verkaufen!
Reinickendorfer Füchse: Thomas Dame, Ertan Yatkiner, Selim Kiyak, Kadir Erdil, Mustafa Gültepe, Vahit Engin, Kim Schwager, Celal Aygün, Nidal Swaidan, Patrick Baer, Christian Schönwälder
Brandenburger SC Süd 05: Marcus Jurzcik, Tobias Nehls, Frank Bischoff, Stefan Voß, Steffen Willert, René Goerisch, Steffen Päch, Maik Neumann, Lukas Szywala, Marco Lindemann, Christian Gerstenberger-Zange
Schiedsrichter: Christian Schößling (Leipzig/Markranstädt)
Zuschauer: 148 Zahlende
