Zum zweiten Teil der bayrischen Wochen reist der Fußball-Drittligist SV Sandhausen am kommenden Samstag zum SV Wacker Burghausen. Der Anstoß wird um 14 Uhr erfolgen.
Die Wacker-Fans mussten ähnlich wie Sandhausen bisher Höhen und Tiefen durchleben, so rangieren die Oberbayern nach sechs Spielen mit ebenso drei Siegen und drei Niederlagen einen Platz hinter dem SVS auf Rang zehn. Mit den wackeren Burschen hat man also nicht nur die Vereinsfarben gemeinsam. Nach einem 2:0 zum Saisonstart folgten für Burghausen drei bittere Spiele mit einer Bilanz von 0:10-Toren. In den letzten zwei Spielen fing man sich jedoch umso beeindruckender, 5:1 gegen Unterhaching und 4:2 in Wuppertal lauteten die Ergebnisse, der SVS dürfte daher vorgewarnt sein.
Am Freitag werden sich SVS-Trainer Gerd Dais und seine Mannen auf den Weg an die österreichische Grenze machen, dort liegt das idyllische Burghausen mit seiner längsten Burg Europas. Auf Sandhäuser Seite hofft man auf die Rückkehr von Alf Mintzel und vor allem darauf, dass sich die Fahrten ins bayerische erstmals auszahlen, eine Woche nach dem 0:2 in Unterhaching. Für die 0:1-Niederlage aus der Vorsaison möchte man sich zudem auch gerne revanchieren.
Topspieler bei den von Günter Güttler trainierten Burghausenern sind Marco Calamita, Neuzugang aus Pfullendorf, der toll eingeschlagen hat und mit fünf Toren die Torjägerliste der dritten Liga anführt, wohlgemerkt, alle in den letzten beiden Spielen erzielt. Stürmerkollege Kurz traf bereits auch zweimal. Im Mittelfeld stehen noch einige Spieler aus den erfolgreichen Wacker-Zweitligazeiten zur Verfügung. Kapitän und Abwehrchef Hertl ist noch verletzt, aber Bonimeier, Oslislo und die offensivstarken Solga und Ronald Schmidt verfügen über ausreichend Erfahrung.
Die erfolgreichste Zeit hatte der Verein in seiner fünfjährigen Zweitligazugehörigkeit von 2002 bis 2007, nach dem Abstieg schaffte man unter den Trainern Anderbrügge und Adrion letztes Jahr in einer durchwachsenden Regionalligasaison die Qualifikation für die dritte Liga.
Für hochkarätige Neuzugänge fehlte das Geld, Rosin und Teinert gingen, so ist diese Saison ein sicherer Mittelfeldplatz als Ziel angegeben, zudem ist der Kader relativ dünn besetzt. Vielmehr musste die Wacker Chemie AG dem Klub unter die Arme greifen, durch deren Finanzspritze war erst die Zulassung für Liga drei gesichert. Mit Güttler bekam man zumindest den Wunschkandidaten für den Trainerposten, der Ex-Profi hat schon bei Jahn Regensburg bewiesen, dass er auch mit geringen finanziellen Mitteln einiges bewegen kann. Güttler lässt, ebenso wie Dais, im 4-4-2-System spielen, bevorzugt mit Raute, wahlweise auch mit Doppel-Sechs, bei den Heimspielen hat man einen Schnitt von 3.000 Zuschauern.
Hoffen wir, dass Wacker auf dem Weg zu größeren Taten eine Pause einlegt und der zweite Ausflug ins bayrische innerhalb einer Woche diesmal mit zählbarem belohnt wird, auf geht’s SV, kämpfen und siegen.
Christian Haas und Marco Stark vorm Spiel gegen Burghausen:
Was kann man in Burghausen besser machen? Die haben zuletzt in zwei Spielen neun Tore erzielt und Selbstvertrauen getankt.
Haas: Wir sind auch mit drei Siegen nach Haching gefahren, von daher beeindruckt mich das jetzt nicht. Wir gehen dahin, haben den Anspruch wie in jedem anderen Spiel, drei Punkte holen zu wollen.
Muss man vielleicht mit einem auch zufrieden sein?
Haas: Ich geh in jedes Spiel und will drei Punkte holen, so seh ich das. Man muss das Spiel dann betrachten. Wenn man am Schluss einen Punkt holt, sind wir vielleicht auch zufrieden. Aber grundsätzlich ist mein Ziel, immer drei Punkte einzufahren.
Möchtest du einen Tipp für das Spiel abgeben?
Haas: Ich sag erst mal, ein gutes Spiel abliefern, hundert Prozent geben und dann schauen wir, was bei herauskommt.
Marco, ist für das Burghausen-Spiel ein anderer SVS zu erwarten?
Stark: Wir müssen einfach so spielen, wie die letzten Spiele eigentlich auch, zuhause oder bei den Kickers. Wir müssen selbstbewusst nach vorne spielen, dann bekommen wir auch wieder die ein oder andere Torchance und machen unser Tor.
Burghausen hat in den letzten Spielen neun Tore geschossen…
Stark: Ja, es ist erstmal wichtig, dass wir zu Null spielen oder die Null steht und auf unsere Chance vorne warten und dann wird man auch das nächste Spiel gewinnen.
Ein Tipp?
Stark: Drei Punkte auf jeden Fall, das hoffe ich, dann ist das Ergebnis eigentlich egal. Ich hoffe, das wir zu Null spielen und vorne ein, zwei Tore schießen.
Ingrid Gebert
