Bereits am Freitagabend stand für Halberstadts Oberligafußballer die Zweitrundenbegegnung im Landespokal beim FSV Bennstedt (7. Liga) an. Bereits vor diesem Duell wussten die Petersen-Schützlinge um die Schwere der Aufgabe, haben sich die Bennstedter doch um den Ruf eines Pokalschrecks verdient gemacht, immerhin zogen die Mannen um Timo Lesch in der Saison 2004/05 mit einem 5:2-Kantersieg gegen Völpke ins Halbfinale ein. Außerdem nutzten die Rand-Hallenser den Heimvorteil vollends aus und ließen die Gäste auf einem Nebenplatz antreten, der kaum Kreisklassenniveau hatte. Kombinationsfußball war auf diesem Geläuf somit von vornherein ausgeschlossen. Ebenso konnte VfB-Trainer Petersen mit Kreibich (Muskelfaserriss), Heit (Zerrung), Hosenthien (Knieprobleme), Luck (krank) und Saalbach (Bänderanriss) fünf Akteure nicht einsetzen. Dafür rückte erstmals Stürmer Oberstädt aus dem Halberstädter Landesligakader ins Aufgebot.
Pünktlich um 17.30 Uhr pfiff Schiedsrichter Simon aus Schkopau die Partie ‚David gegen Goliath’ an und die Vorharzer brauchten rund eine Viertelstunde, um richtig ins Spiel zu finden, jedoch standen die Gastgeber von der ersten Minute an mit elf Mann in der eigenen Hälfte und machten die Räume sehr eng und ließen die Halberstädter kaum notwenige Räume zum kombinieren. Für den ersten Aufreger der Partie sorgte Germanias Riedel mit einer gefährlichen Flanke an den Fünfmeterraum, aber Eggert kam einen Schritt zu spät (15.). Die Gastgeber kreuzten in der ersten Halbzeit nur ein einziges Mal vor dem VfB-Tor auf, aber nach Flanke von Liesenhoff köpfte Lindrath übers Gehäuse (23.). Dann ein weiter Abschlag von Kischel über den ganzen Platz und Binsker tauchte völlig frei vor FSV-Keeper Grotsch auf, schoss jedoch knapp vorbei (28.). Ebenso wurde ein Gottwald-Schuss, nach Gerlach-Ecke, im letzten Moment noch abgefälscht. Wenngleich Germania den Landesligafußballern eindeutig überlegen war, blieben gute Torchancen absolute Mangelware und so ging es vorerst torlos in die Kabinen.
In selbiger blieb Halberstadts Kalbus, besagter Oberstädt nun neu im Spiel und mit der ersten durchdachten Aktion gingen die höherklassigen Gäste in Führung. Plock hatte mit Pölzing Doppelpass gespielt, um den Ball letztendlich aus 15 Metern überlegt ins Tor zu schießen – 0:1 und damit war das Pokalduell eigentlich schon entschieden (50.). Dennoch gaben sich die Bennstedter keineswegs auf und Lesch versuchte es mal per Freistoß aus ca. 40 Metern. Der 31-Jährige wollte somit die offensichtlichen Unebenheiten des Platzes nutzen, aber VfB-Keeper Kischel, der ansonsten ungeprüft blieb, hatte aufgepasst (63.). Germania ließ danach einen mustergültigen Angriff über Eggert und Riedel folgen, aber Pölzing scheiterte letztendlich per Flugkopfball (68.). Kurz darauf glänzte Gerlach mit einem gefährlichen Freistoß, den Heuchert noch vor der Linie klären konnte (77.). Kurz vor Schluss versuchte Oberstädt einen weiteren Treffer zu erzielen, aber Grotsch konnte den Ball gerade noch zur Ecke klären. Dann war auch Schluss!
Mit einem nie gefährdeten, wenn auch knappen 0:1-Auswärtssieg zog der Oberligist glanzlos, aber völlig verdient ins Landespokal-Achtelfinale ein. Insgesamt hatten die Gäste zu wenig investiert, um deutlicher zu gewinnen. Dennoch zählt im Pokal einzig das Weiterkommen und Bennstedt hatte sich so ‚teuer’ wie möglich verkauft, wenngleich die Gastgeber einzig darauf aus waren, die Niederlage in Grenzen zu halten. Am morgigen Samstagnachmittag empfängt Halberstadts Zweite Verbandsligist Lok Stendal und will ebenso in die nächste Pokalrunde einziehen. Anstoß ist um 15 Uhr. Germanias Oberligakicker bestreiten hingegen erst am 14. September das nächste Pflichtspiel. Dann geht es zum 1. FC Gera 03.
FSV Bennstedt: Grotsch – Möhler, Lesch, Hohberg – Heuchert – Eiser Paulin, Gudert (78. Bartel), Misch – Liesenhoff – Lindrath
VfB Germania Halberstadt: Kischel – Pölzing, Gottwald, Kopp, Riedel – Plock – Binsker (67. Reitzig), Kalbus (46. Oberstädt), Gerlach, Sommermeyer – Eggert
Schiedsrichter: Dirk Simon (Schkopau)
Gelbe Karten: Misch – Gottwald
Zuschauer: 198, inkl. zwölf Germania-Fans
Torchancen: 2:7 (1:3)
Tore: 0:1 Plock (50.)
Helge Osterloh
