Endlich geht es wieder los. Nach einer langen Sommerpause startet an diesem Wochenende die zweite Frauenfußball-Bundesliga in die neue Saison. Mit dabei sind auch wieder die ‚Veilchenladies’ von Tennis Borussia. Nachdem in der vergangenen Spielzeit nur ein einziger Punkt zum Aufstieg fehlte, wagen sie nun einen neuen Anlauf.
Gleich am ersten Spieltag hat TeBe dabei ein Heimspiel. Am Sonntag wird der Mellendorfer TV im Charlottenburger Mommsenstadion erwartet. Der Saisonauftakt ist für die ‚Veilchenladies’ auch gleichzeitig eine Standortbestimmung. Wie fit sind die Spielerinnen nach der siebenwöchigen Vorbereitung? Wie gut hat sich die neuformierte Mannschaft gefunden? Wo steht man im Vergleich zu den anderen Teams? Das sind die Fragen, die nun geklärt werden können.
Die Generalprobe verlief auf jeden Fall positiv. Mit 9:0 (4:0) siegten die Veilchenladies in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Brandenburger Verbandsligisten SV Rot-Weiß Flatow. Stürmerin Kerstin Straka traf dabei gleich dreifach. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre sogar ein zweistelliges Ergebnis möglich gewesen. Ansonsten war TeBe-Trainer Thomas Grunenberg aber mit dem Auftritt seines Teams zufrieden: „Ich habe der Mannschaft gesagt sie soll Spaß haben und schönen Fußball zeigen – und das haben wir auch gemacht.“ Auch deshalb blickt er optimistisch auf die Begegnung gegen Mellendorf: „Wenn noch die verletzten Senem Özer und Constanze Heß fit werden, dann haben wir zum Saisonauftakt eine schlagkräftige Truppe auf dem Feld.“
Für Grunenberg selbst ist es am Sonntag das erste Punktspiel mit seinem neuen Verein. Zu Saisonbeginn wechselte er vom Regionalligisten Adlershofer BC ins Mommsenstadion. Aber nicht nur auf der Trainerbank hatte es bei den ‚Veilchenladies’ Veränderungen gegeben. Auch im Kader gab es größere Umstellungen. So gingen Josephine Krengel und Nadin Sandmann zum Ligakonkurrenten 1. FC Lok Leipzig. Europameisterin Inken Becher musste zudem wegen gesundheitlicher Probleme ihre Karriere beenden.
Diesen drei Abgängen stehen bei TeBe allerdings sieben Neuverpflichtungen gegenüber. Mit U19-Nationalspielerin Jana Teodoridis, Anna-Sophie Fechner und Sarah Müller kamen drei junge Spielerinnen von Regionalligist Grün-Weiß Neukölln. Auch sonst wurden bevorzugt junge Talente aus der Region verpflichtet: Vom Adlershofer BC kamen Katharina Stassen, Constanze Heß und Nadin Bethke, vom Lichterfelder FC kam Stefanie Mohr.
Das erste Ligaspiel gegen den Mellendorfer TV wird somit auch ein Prüfstein werden, ob die Mannschaft diese Veränderungen gut verkraftet hat. Für viele Spielerinnen der ‚Veilchenladies’ wird es zudem die Premiere in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.
Für den Mellendorfer TV ist es ebenfalls der erste Auftritt in der zweiten Liga. Als Meister der Regionalliga Nord schaffte das Team aus der Wedemark (nördlich von Hannover gelegen) den Sprung in die zweite Bundesliga. Dort wollen die Mellendorfer durchaus für einige Überraschungen sorgen. Der Klassenerhalt steht dabei natürlich erst einmal im Vordergrund, aber Trainer Karl Hein Harde schätzt sein Team stark genug dafür ein. „Platz sechs bis acht ist drin“, meinte Harde gegenüber dem ‚FF Magazin’. Falls es gut laufe, sei sogar noch mehr möglich. Die Ziele sind jedenfalls hoch gesteckt: „Wir wollen uns einen guten Namen machen und langfristig die erste Liga anvisieren.“
Den erst Schritt auf diesem Weg kann die Mannschaft am Sonntag in Berlin gehen. Anstoß zur Partie bei Tennis Borussia ist um 14 Uhr. Spielort ist das Mommsenstadion im Stadtteil Charlottenburg.
David Naujeck
