Zu den älteren Semestern in unserem Forum gehört Ralf Gehrke, der in diesem seit Oktober 2006 als ‚Ralle54’ schreibt. Der 54-Jährige gehört seit 1966 dem NFC Rot-Weiß Berlin 1932 an, mit dem er auch einst in der damals noch zweitklassigen Regionalliga Berlin spielte. Ab der kommenden Saison betreut er die erste Herrenmannschaft des BSC Eintracht Südring, mit der er den Sprung in die Kreisliga A schaffen möchte. Zuvor beantwortete ‚Ralle54’ aber erst einmal unsere Fragen.
Wie und durch wen bist Du überhaupt zum Fußball gekommen?
Ich bin durch Freunde und Schulkameraden dazu gekommen, die allesamt eigentlich immer in der Freizeit Fußball gespielt haben.
Was konntest Du aus der Anfangszeit mitnehmen und welche Persönlichkeiten haben Dich am Stärksten geprägt?
Sicher das Lernen des ‚Miteinander Umgehens’, Durchsetzungsvermögen, Gemeinschaftssinn entwickeln und den Spaß an einem Mannschaftssport!
Geprägt haben mich die Unterstützung der Eltern, der erste Trainer in der Knabenmannschaft (heute D-Jugend), aber auch Spieler, wie z.B. Uwe Seeler, die faktisch bestimmte Verhaltensweisen, wie etwa Fairness, Willenstärke und Bodenständigkeit, vermittelt hatten.
Für welchen Verein schlägt Dein Herz und warum – was verbindet Dich mit Deinem Verein, wie und wann wurdest Du Fan?
Seit 1966 für den NFC Rot-Weiß 1932 Berlin, durch die Nähe zum Wohnort. Die Verbundenheit wird immer Bestand haben, weil eben viele Erinnerungen aus der Zeit der Jugend damit in Verbindung gebracht werden.
Seit wann bist Du in Deinem Verein als Trainer tätig, für welche Mannschaft bist Du zuständig und was waren die Gründe, die dazu geführt haben, das Amt zu übernehmen?
Ich war seit 2002 als Trainer des NFC Rot-Weiß tätig. Habe die 1. A-Jugend trainiert und habe ein Jahr später auch die ersten Herren übernommen .Gründe solch ein Amt zu übernehmen, gibt es viele. Einige sind: Spaß am Umgang mit fußballbegeisterten jungen Leuten und das Vermitteln von Werten an die junge Generation! Ab der kommenden Saison bin ich als Trainer der ersten Herren des BFC Eintracht Südring tätig.
Könntest Du Deine fußballerische Laufbahn bis zu Deiner jetzigen Tätigkeit beschreiben und gab es in den Jahren besondere Erlebnisse, an die Du Dich immer wieder gern erinnerst?
Wie ich bereits zuvor angedeutet habe, habe ich seit 1966 alle Jugendmannschaften des NFC Rot-Weiß durchlaufen. Drei Aufstiege in der C-, B- und A-Jugend trugen natürlich zur Begeisterung zu diesem Sport bei. Das Jahr 1972 war dann das erfolgreichste der Vereinsgeschichte! Mit der A-Jugend wurden wir Berliner Vizemeister (habe auch fünf Auswahlspiele für Berlin bestritten) und gleichzeitig stieg die ersten Herren in die Berliner Regionalliga auf (zu damaligen Zeiten war das die zweithöchste Spielklasse in Deutschland und das mit vier ‚freigemachten’ A-Jugendlichen!). Nach dem Abstieg aus der Regionalliga – der auch mein einziger bleiben sollte – spielte ich dann noch zehn Jahre in der Berliner Amateur- bzw. Landesliga.
Gab es über die Jahre gesehen auch Dinge, die Du im Nachhinein anders machen würdest und wenn ja, was?
Ja, natürlich! Auch ich habe ‚Jugendsünden’ begangen. Vielleicht hätte man in jungen Jahren doch noch mehr trainieren sollen und den Fußball, neben seiner Ausbildung, noch mehr Engagement schenken sollen. Aber realistisch betrachtet, war wohl die Regionalliga vielleicht eine Nummer zu groß…
Was ist das für ein Gefühl an der Seitenlinie, wenn man als Trainer in der Verantwortung steht, aber nicht direkt ins Geschehen eingreifen kann?
Grausam! Aber wenn man sich akribisch auf jedes Spiel und alle möglichen Szenarien im Vorfeld vorbereitet, ist es so zu ertragen.
Was möchtest Du Deinen Spielern gerne vermitteln, auf was legst Du besonderen Wert?
Jederzeit sportlich faires Auftreten, Respekt allen Beteiligten gegenüber, Disziplin in jeder Hinsicht, Teamgeist, Ziele konsequent verfolgen! Besonderen Wert lege ich auf zum Teil heutzutage leider etwas in Vergessenheit geratene Eigenschaften, wie z.B. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, ohne die es nun mal in einem Mannschaftssport nicht geht. Allerdings sollte auch der Spaß im Training nicht zu kurz kommen…
Wie klappt bei Euch die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins, gibt es auch Probleme?
Es gab in der Vergangenheit auch mal Probleme verschiedenster Natur, die aber meist bereinigt werden konnten.
Wie sieht Euer Verhältnis zu anderen Vereinen und den Verbänden aus?
Das Verhältnis zu anderen Clubs würde ich als ‚Gut’ bezeichnen. Wenn man sich über die Jahre immer mal wieder über den Weg läuft, entstehen natürlich auch, zu dem einen oder anderen Club, gewisse Freundschaften. Zu anderen Verbänden bestehen zur Zeit, sicher auch auf Grund der unteren Spielklasse, keine Bindungen.
Wie ist Dein Verhältnis zu den Anhängern des Vereins und haben diese Verständnis für Deine Arbeit und Deine Entscheidungen?
Zum jetzigen Zeitpunkt ist das schwer zu beurteilen. Aber wir wurden bei unserem neuen Club sehr gut aufgenommen. Man merkt durchaus, dass uns das nötige Vertrauen entgegen gebracht wird und sich alle auf die neue Saison freuen.
Was lief in der abgelaufenen Saison gut, was hätte besser klappen können und was nimmst Du für Dich ganz persönlich mit?
In der abgelaufenen Saison erreichten wir mit dem NFC Rot-Weiß einen, für diese junge Mannschaft, beachtlichen vierten Tabellenplatz. Der mögliche Aufstieg in die Bezirksliga wurde leider durch zu wenig Erfahrung in den entscheidenden Spielen, gerade gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel, verpasst. Gewünscht hätte ich mir, dass die Trainingsbeteiligung zum Anfang der Rückrunde besser ausgefallen wäre. Wer weiß, wie es dann zum Ende der Serie ausgesehen wäre…
Für mich persönlich nehme ich mit, dass man mit konzentrierter Arbeit und einem guten Verhältnis zu seinen Spielern Berge versetzen kann! Schön zu sehen, wenn sich eine Vielzahl von jungen Spielern weiterentwickelt hat…das macht doch die Arbeit eines Trainers interessant.
Wie soll es in der nächsten Saison weitergehen, was darf man von Euch erwarten?
Jetzt kann ich nur über meine neue Aufgabe beim BSC Eintracht Südring sprechen. Nach dem Abstieg der Mannschaft in die Kreisliga B sollte in diesem Club ein ‚Neuaufbau’ gestartet werden. Die Verantwortlichen des Clubs traten frühzeitig an meine Person heran und machten mir diese Aufgabe schmackhaft. Ich persönlich betrachte das nicht als einen Rückschritt, von einem Aufstiegsaspiranten in der Kreisliga A zu einem Absteiger in die Kreisliga B zu wechseln. Erwarten kann man von uns, dass wir viel und konzentriert arbeiten werden und die neue Mannschaft sich möglichst schnell als Einheit präsentiert.
Ich kann mit meinem Co-Trainer Max Kreier, der ebenfalls sehr engagiert arbeitet, ohne jeglichen Druck seitens des Vereines arbeiten. Von Seiten des Vorstandes werden wir – und dessen bin ich mir absolut sicher – jegliche Unterstützung erhalten. Wir werden in der Vorbereitung auf die Saison 2008/09 drei Wochen täglich trainieren und anschließend einen dritten Trainingstag in der Woche einführen. Für die Kreisliga B vielleicht etwas ungewöhnlich…aber ohne Fleiß keinen Preis!
Was sind Deine Ziele für die Zukunft, was willst Du unbedingt noch erreichen?
Den BSC Eintracht Südring mit vereinten Kräften wieder in obere Klassen führen und das es uns gelingt, als Trainer und auch als Mensch die eingeschlagene Linie nie zu verlieren!
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