Es war das so genannte zweite ‚Retterspiel’. Beachtlich: Der VfB Lübeck verlor nur mit 3:5 gegen Bundesligist Hannover 96. Enttäuschend: Nur 2.622 Zuschauer kamen auf die Lohmühle.
Es war ein schöner Fußball-Abend, es war ein munterer Kick, als Bundesligist Hannover 96 mit dem ehemaligen Lübecker Trainergespann Dieter Hecking/Dirk Bremser gestern auf der Lohmühle Station machte. Zwar verlor der VfB Lübeck das zweite Retterspiel mit 3:5 (3:2), der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Eher schon die Zuschauerzahl. Hatten beim ersten Retterspiel gegen St. Pauli noch 3.500 Zuschauer Eintritt gezahlt und waren so einschließlich aller Retter-Aktionen 43.624 Euro eingenommen worden, so kamen gestern nur 2.622 zahlende Fans und brachten 20.000 Euro in die leere Kasse.
„Wenn wir trotzdem ein wenig helfen konnten, dann hat sich unser Besuch ausgezahlt“, sagte Hecking. „Wir hoffen, dass der VfB an die Zeit, als wir hier drei Jahre hervorragende Arbeit geleistet haben, anknüpfen kann.“ Zum Dank überreichte VfB-Präsident Wolfgang Piest ihm ein Retter-Paket (T-Shirt, Schal, CD, Pin, Marzipanschweine).
Auf dem Rasen hielt der VfB im zwölften Duell gegen den Bundesligisten lange Zeit gut mit. Im DFB-Pokal, in der Zweiten Liga, Regionalliga und früheren Oberliga trafen beide Klubs aufeinander. Die bisherige Bilanz: zwei Siege, zwei Unentschieden, sieben Niederlagen. Gestern kam eine weitere hinzu.
Den Fans gefiel es dennoch: Frisch, fröhlich, frei – so spielten beide Teams. Ohne Druck, taktische Zwänge, verbissene Zweikämpfe. Nur Spaß war angesagt. So konnte der VfB mit guten Kombinationen durch die Abwehr der 96er marschieren – und in der ersten Halbzeit drei Tore schießen.
„Wir haben uns positiv verkauft“, freute sich Deniz Kadah. „Auch wenn Hannover nur 30 Prozent Leistung gebracht hat“, ergänzte Dennis Wehrendt. Jan-Philipp Kalus war stolz über seinen ersten Einsatz in der Liga: „Es fühlt sich schon ganz anders an, wenn Leute wie Hanke und Lauth auf einen zulaufen.“
In der Halbzeitpause gab’s was für die Ohren – einen Nummer-1-Hit aus Spanien. Romina Mercedes aus Lübeck flüsterte ins Mikro: „Ich liebe nur dich.“
Ob sie damit den VfB gemeint hat? Der versuchte in der zweiten Halbzeit weiter gegen zu halten, traf aber nicht mehr. Dafür der Bundesligist. Bei zwei Gegentoren sah Keeper Tobias Braun nicht glücklich aus: „Die Tore gehen auf meine Kappe. So wollte ich mich nicht aus Lübeck verabschieden.“
Trainer Uwe Fuchs setzte drei Probespieler ein – Dejan Horvath (Werder II), Patrick Posipal (HSV II) und Hendrik Koep (HSV-Junioren). Sie könnten eine Option für die kommende Saison sein.
VfB Lübeck (in den ersten 27 Minuten): Rott – Sievers, Rump, Wehrendt, Hirsch – Müller, Niemeyer – Martens, Altin – Hoffmann, Kadah
VfB Lübeck (ab 27. Minute): Rott (46. Braun) – Koep, Kalus, Caruso, Horvath – Lange, Posipal, Thomas (77. Eschholz) – Martens (57. Kolodzick) – Labiadh (83. Nöllen), Bruhn (83. Rosteck)
Hannover 96: Jensen – Zuraw, Vinicius (57. Bikmaz), Fahrenhorst (46. Zizzo) – Stajner, Balitsch (46. B. Schulz), Pinto, C. Schulz (57. Hofmann) – Bruggink – Hanke (57. Krebs), Lauth
Schiedsrichter: Bornhöft (Bad Segeberg)
Zuschauer: 2.622
Tore:[/b[ 1:0 Hoffmann (3.), 2:0 Kadah (9.), 2:1 C. Schulz (12.), 2:2 Vinicius (21.), 3:2 Hoffmann (27.), 3:3, 3:4 Pinto (51., 62.), 3:5 Krebs (86.)
