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„Platz 11 erreichen“ – Ein Gespräch mit ‚Zole’ Jankovic

Posted on 9. Januar 2008 by NOFB

Nachdem im Oktober der amtierende Trainer Guido Naumann von seinen Pflichten entlassen wurde, stieg ‚Zole’ Jankovic bei Germania Gladbeck ein. Der Ex-Profi der SG Wattenscheid soll dabei helfen, die Mannschaft in die kommende NRW-Liga zu führen. Im Interview mit ‚die-fans.de’ sprach er über die junge Mannschaft, und dass man vieles trainieren kann, nur die Erfahrung nicht.

Sie haben ihren Job bei Gladbeck im Oktober übernommen, richtig? Welche Erwartungen hatten Sie zu dieser Zeit?

Ich bin nur da, um zu helfen und zu beobachten. Ich habe mit dem Vorstand gesprochen. Und das Ziel, so hat man mir gesagt, ist die Qualifikation für die NRW-Liga. Das bedeutet, mindestens Platz 11 zu erreichen. Und dieser elfte Tabellenplatz ist im Moment auch drin, wir haben ein Spiel weniger. Das heißt, wenn wir dieses Nachholspiel gewinnen, könnten wir vielleicht sogar siebter oder achter sein.

Es wurden in unmittelbarer Vergangenheit einige personelle Veränderungen vorgenommen, etwa Vertragsauflösungen und Vereinswechsel. Können Sie dazu etwas sagen?

Ja, die Meinung des Vorstands ist, erstmal die finanziellen Möglichkeiten zurechtzurücken. Wir sind nicht Real Madrid. Wir können uns keine Spieler in den eigenen Reihen leisten, die keine Leistung bringen und trotzdem Geld kassieren. Diese Leute können wir nicht weiter zu verpflichten. Und von diesen Spielern hat man sich getrennt.

Andere wollten vielleicht wegen besseren sportlichen oder finanziellen Möglichkeiten bzw. Perspektiven weggehen. Diesen Spielern wollte der Vorstand überhaupt keine Steine in den Weg legen. Wenn einer unzufrieden ist und will gehen, dann kann man natürlich mit diesem Spieler nicht weiter rechnen. Ganz klar. Im Moment geht es ja um Ersatztorwart Marco Glenz oder Stefan Kratofiel, der, glaube ich, schon im Sommer einen Vorvertrag bei der SSVg Velbert unterschrieben hat. Also, wenn überhaupt, dann werden vielleicht ein oder zwei Spieler versuchen, einen neuen Verein zu finden. Aber wir jagen keine weg. Jeder kann bleiben. Wenn aber einer unzufrieden ist, dann ist das auch kein Problem. Dann geht er halt weg.

Sie sagten, manche Spieler hätten kein ‚Oberliga-Niveau’. Was meinten Sie damit?

Man kann nicht sagen: ‚kein Oberliga Niveau’. Aber in der Mannschaft sind sieben oder acht 18-Jährige. Ich habe gehört, aber da kenne ich mich nicht so gut aus, dass andere Vereine in der Oberliga jährlich einen 400.000 bis 500.000 Euro-Etat haben…da sind wir mit den 150.000 sicherlich auf den hinteren Rängen der Liste. Natürlich kann man da nicht irgendwelche großartigen Verpflichtungen erwarten. Wie man sieht, verpflichten andere Vereine Spieler aus der zweiten Bundesliga oder Regionalliga (Anm.d.Red.: gemeint ist die Hammer SpVgg), davon können wir nur träumen.

Deswegen müssen wir auch mit den jungen Leuten versuchen, eine gute Mannschaft aufzubauen. Und wir sind auf einem guten Weg. Diese Spieler brauchen natürlich noch Erfahrung und Spielpraxis. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Alles andere kannst du trainieren. Aber Erfahrung kannst du nicht trainieren. Erfahrung kommt mit der Zeit. Wir haben in der Offensive zwei 18-Jährige, aus der A-Jugend einen 17 Jahre jungen Spieler und zwei 19-Jährige. Die Neuverpflichtung Hakan Firat ist auch erst 21. Alles noch sehr junge Spieler.

Nur unsere Abwehr hat etwas mehr Erfahrung. Und das sieht man natürlich auch am Spiel. Natürlich vermissen wir den verletzten Offensivspieler Rommel. Der hat aber nun angefangen mit dem Training. Ich habe ihn gestern gesehen, als er Laufen war. Und ich hoffe, dass er fit wird. Das wäre dann eine große Hilfe für die jungen Leute.

Laut Meldung werden bis zum 10. Januar alle Personalplanungen beendet sein. Gibt es denn noch irgendwelche noch nicht bekannten Wechsel? Neuzugänge? Abgänge?

Das kann ich nicht sagen. Das müssen sie mit den Verantwortlichen der Sportabteilung besprechen. Ich weiß gar nichts. Aber man wird wohl nicht noch großartige Wechsel machen, weil es im Winter eben schwer ist, Top-Spieler zu verpflichten, die ablösefrei sind. Das ist während einer der Saison nicht so leicht.

In der Hinrunde zeigte die Offensive oft Schwächen. Es wurden relativ wenige Tore geschossen. Deswegen hat man ja auch neue Spieler geholt. Sind damit denn auch taktische Veränderungen verbunden?

Die taktische Spielweise ist natürlich abhängig von den Spielern. Sie können nicht mit drei Spitzen spielen, wenn sie nur einen Stürmer im Team haben! Ganz klar. Wir haben in den letzten Spielern auch mit den Mittelfeldspielern oder gar mit den Manndeckern nach vorne gespielt. Aber nur, weil wir in dieser Situation keine anderen Spieler hatten. Trotzdem hatten wir Erfolg. Wir haben gegen Bielefeld gewonnen oder gegen Lippstadt, und gegen Herne nur unglücklich verloren. Auch gegen Schalke, mit einem Mann weniger, war es knapp, und das ist auch eine Top-Mannschaft. Das bedeutet, dass die Mannschaft auch eventuelle Mankos im Sturm durchaus kompensieren kann.

Natürlich ist es immer einfacher, wenn zwei, drei gute Stürmer zu Verfügung stehen. Dann kannst du natürlich taktisch viel herumkombinieren. Gegen einige Gegner kannst du mit nur einem richtigen Stürmer und zwei Außenspielern, vielleicht auch mit zwei Stürmern, auflaufen. Wenn Rommel wieder fit wird, können wir vielleicht mit einem richtigen Zentralstürmer spielen und mit dem schnellen Firat über die rechte Seite. Auch der junge Ali entwickelt sich immer besser und könnte mit Rommel eine Doppelspitze spielen. Vieles ist theoretisch denkbar, wenn Rommel wieder fit ist. Wenn er nicht fit ist, dann muss ich mir was anderes überlegen. Wir brauchen einen bulligen Stürmer nach vorne. Bis jetzt haben wir immer eher kleine quirlige Leute gehabt. Aber ab und zu brauchst du eben auch einen Spieler, der die Bälle halten kann und die beiden Innenverteidiger beschäftigt.

Aber wie die Aufstellung aussehen wird, wissen wir auch erst, wenn alle gesund und an Bord sind. Dann können wir vielleicht mal über die taktische Ausrichtung sprechen. Aber wir sind variabel. Wir machen es abhängig von den Gegnern,

Geben Sie bitte zum Schluss noch eine ehrliche Prognose für die Rückrunde. Wo glauben Sie, werden Sie am Ende der Saison stehen?

Ich will keine Prognose machen. Aber ich wäre froh, wenn wir den elften Platz verteidigen könnten. Am Ende ist es nicht wichtig, ob du Achter oder Elfter bist. Alle steigen auf in die NRW-Liga. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft, wenn nicht großartige Verletzungen dazwischen kommen, das Zeug dazu hat, diesen elften Platz zu verteidigen. Und das ist auch unser Ziel. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt. Ich hoffe nicht, dass sich wieder drei, vier Leute verletzen, sodass wir nicht mit unserer besten Besetzung spielen können. Aber wenn es so bleibt, wie bis jetzt, glaube ich daran, dass wir unser Ziel erreichen werden.

Wenn wir im Nachholspiel jetzt punkten, dann rücken wir sogar auf den siebten oder achten Tabellenplatz vor. Ich bin sehr optimistisch, dass wir uns für die NRW-Liga qualifizieren werden. Mir ist es letztlich egal ob wir Elfter oder Achter werden. Natürlich wollen wir auch für die Zuschauer gute Spiele zeigen, schönen Fußball spielen. Aber das haben wir schon in den letzten spielen gemacht. Da sehe ich kein Problem.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Rückrunde!

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