/news2/pictures/Wappen/fsv_luckenwalde.gif“ alt=“an image“ />Nach der Ziehung des FSV 63 durch Oliver Bierhoff am vergangenen Mittwochabend, die für die Luckenwaldern einen schier unfassbaren Traum, ein Spiel gegen die deutsche Nationalmannschaft, wahr werden lässt, war eine Menge passiert um die Andrich-Truppe. Die Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen sorgten phasenweise für einen regelrechten Belagerungszustand des Werner-Seelenbinder-Stadions. Mehr als nur einmal hatte FSV- Coach Frieder Andrich betont, dass trotz aller Freude über dieses tolle Los in den Wochen bis zu diesem Spiel am 16. Mai das Hauptaugenmerk für seine Mannschaft natürlich auf den Punktspielen in der Verbandsliga Brandenburg liegt. Dort will man sich möglichst schnell aus der abstiegsgefährdeten Zone verabschieden.
Doch vor dem für das FSV-Team so wichtigen Auswärtsspiel am vergangenen Samstag in Neustadt gab es doch einige Befürchtungen, ob die Luckenwalder Spieler den Trubel um ihre Person verkraftet hatten. Und die schwache Leistung aus der Vorwoche gegen Strausberg war auch noch nicht ganz vergessen. Aber wie sich herausstellen sollte, waren alle Zweifel an den Kickern um Kapitän Dennis Lederer offensichtlich unbegründet. Die Luckenwalder gingen konzentriert wie lange nicht mehr ans Werk und boten eine ihrer besten Leistungen in dieser Saison. Allerdings hatten die Gäste in der fünften Minute eine recht brenzlige Situation zu überstehen. Aus stark abseitsverdächtiger Position tauchte ein Schwarz-Rot-Akteur vor Schlussmann Andreas Klettke auf. Doch der Lange im FSV-Tor war die Ruhe in Person an diesem Tag und klärte reaktionsschnell per Fußabwehr.
Bereits in der zwölften Minute leitete Steffen Grunert, der sich auf Rasen offensichtlich wesentlich wohler als auf Kunstrasen fühlt und am Samstag eine sehr gute Partie absolvierte, mit einem präzisen Diagonalpass die Gästeführung ein. Auf halblinks zog der leichtfüßige Ako Ashu auf und davon und überwand Neustadts Keeper Reisner mit gefühlvollem Schlenzer an den Innenpfosten – 0:1. Der zweite FSV- Treffer ließ gar nicht all zu lange auf sich warten. Erneut war Steffen Grunert der Ausgangspunkt. Straff brachte er die erste FSV-Ecke vor das Neustädter Tor. Völlig unbedrängt konnte Nachwuchsspieler Markus Müller in seinem ersten Pflichtspiel für die erste Männermannschaft von hinten einlaufen und so mit unglaublicher Wucht den Ball per Kopf zum 0:2 in die Maschen jagen und sich so selbst nachträglich ein schönes Geburtstagsgeschenk bescheren. Und auch der dritte FSV-Treffer sollte bald folgen. Auch bei diesem Tor war Steffen Grunert wieder der Ausgangspunkt mit der Ausführung einer Standardsituation. Zunächst wurde sein Freistoß von rechts abgeblockt. Doch der Ball kam erneut zu Grunert und dessen zweite Hereingabe erwischte der bei solchen Standards fast immer vorn auftauchende Gordon Entrich aus einer Spielertraube heraus und köpfte platziert ein – 0:3 (22.). Nach diesem aus Luckenwalder Sicht so unglaublichen Zwischenstand hatten die FSV-Trainer in den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit vor allem damit zu tun, ihre nun zwar recht selbstsicher, aber lange nicht mehr so engagiert zu Werke gehenden Spieler zu weiter konzentriertem und disziplinierten Spiel anzuhalten. Denn die Neustädter waren lange nicht so schwach, wie man nach dem klaren Ergebnis vermuten konnte. Aber selbst, wenn die Gastgeber in der Schlussphase der ersten Halbzeit mal dem FSV-Tor bedrohlich nahe kamen, konnten die souveränen Andreas Klettke im Tor, Libero Gordon Entrich und auch Kapitän Dennis Lederer die Situationen bereinigen.
In den zweiten 45 Minuten änderte sich das Bild nicht wesentlich. Die Gäste konnten sich mit dem komfortablen Vorsprung auf die Defensive konzentrieren. Die Schwarz-Roten wirkten zwar optisch überlegen, hätten an diesem Tag aber noch stundenlang spielen können, der Ball wollte einfach nicht ins Tor gehen. Als sich die Platzherren in der 80. Minute auch noch Abstimmungsprobleme in der Deckung leisteten und die Schnelligkeit des kurz zuvor eingewechselten Tilo Lindner unterschätzten, mussten sie sogar noch den vierten Gegentreffer an diesem Tage hinnehmen. Lindner spitzelte im Laufduell mit einem Neustädter den Ball am herauslaufenden Neustädter Schlussmann vorbei und besorgte schließlich ohne Mühe den 0:4-Endstand.
Alles in allem hat die FSV-Mannschaft diese wichtige Auswärtshürde auf Grund der deutlichen Steigerung aller Aktiven erfolgreich gemeistert und sich so nach dieser turbulenten und für den Verein so bedeutenden Woche die Krönung selbst beschert. Nach dem spielfreien kommenden Wochenende muss die Mannschaft aber nun in 14 Tagen in Velten an diese in Neustadt demonstrierte Leistung anknüpfen.
Frieder Andrich nach dem Spiel auf die Frage, ob er denn nach dem Geschehen der letzten drei Tage mit einer solchen Leistung seiner Mannschaft gerechnet hätte: „Ich war eigentlich zuversichtlich, denn die Mannschaft wirkte vor dem Spiel doch recht konzentriert. Dann haben wir auch die Startphase nicht verschlafen und die frühen Tore waren Ansporn und gaben außerdem die nötige Selbstsicherheit. In den zehn Minuten vor der Pause haben wir etwas geschludert. Letztlich haben meine Spieler bei den gar nicht so einfachen Platzverhältnissen eine ordentliche Leistung demonstriert und verdient gewonnen.“
FSV 63 Luckenwalde spielte mit: A.Klettke, G.Entrich, D.Lederer, P.Piecuch, M.Braune, M.Lorenz (ab 64. S.Krenz), M.Müller (ab 84. S.Gericke), St.Grunert, M.Shahin, A.Lorenz (ab 68. T.Lindner), A.Ashu
Fred Krüger
