Nach sechs sieglosen Spielen in Folge konnte der FC Stahl Brandenburg endlich wieder einen Dreier landen. Der Schlüssel zum Erfolg waren eine großartig kämpfende und zum Teil auch spielende Mannschaft sowie ein überragender Torjäger Tahmaz. Von Beginn an sahen die lautstark anfeuernden Zuschauer eine Mannschaft, die kämpfte und aufs Strausberger Tor drängte. Die erste Chance hatte Marx nach 13 Minuten, sein Geschoß aus 45 Metern konnte der Torwart nicht festhalten. Kurz darauf war es Müller, der nach einem schönen Schimpf-Zuspiel auf Gühne flankte, dieser die Einschussmöglichkeit aber ebenso verpasste wie Daszenies den möglichen Nachschuss.
Nach der Anfangsviertelstunde kamen dann die Gäste besser ins Spiel. Während Jurzik deren erste Chance in der 21. Minute noch hervorragend zunichte machte, hatte er 120 Sekunden später keine Chance. Nach einer schönen Kombination war er gegen die platzierte, von Meyer ins Dreiangel geschossene Direktabnahme, machtlos. Nur drei Minuten später verhinderte Jurzik das 0:2, als er einen Kopfball aus Nahdistanz des starken Strausberger Spielmachers Lindner zur Ecke lenkte. Aber auch Stahl blieb gefährlich. Einen Marx-Freistoß verpasste der freistehende Kräuter nur um Haaresbreite. Noch in der selben Minute sorgte abermals Marx für Gefahr durch einen ruhenden Ball, doch der Torwart der Randberliner verhinderte den Ausgleich. Und nicht nur das, denn mit dem Abschlag leitete er einen Konter ein, den Kirchstein zum 0:2 vollendete. Kurz vor der Pause hätte Müller verkürzen können, doch nach einer Schimpf-Flanke rutschte er beim Torschuss aus. Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen.
Trotz des Rückstandes hatten die Zuschauer ihre Mannschaft aber noch nicht aufgegeben, denn sie kämpfte gut und erspielte sich Chancen. Vielleicht war es das Glück des Tüchtigen, das nach einem Foul an Daszenies in der 47. Minute einen Strafstoß ermöglichte. Tahmaz war es egal, mit einem platzierten Schuss in die rechte Ecke sorgte er für den Anschusstreffer. Stahl bekam nun Oberwasser, der Aufsteiger hatte dem in dieser Phase nicht viel entgegenzusetzen. Nachdem Akkus vorher mit einem Fernschuss gescheitert war, nutzte Daszenies in der 58. Minute die Chance zum 2:2, als er aus sehr spitzem Winkel vollendete. Vorher hatte der gegnerische Torwart den Ball nach einem Marx-Freistoß fallen lassen. Stahl wollte nun den Sieg. Und es dauerte keine zwei Minuten, da hatte es wieder im Strausberger Tor eingeschlagen. Schimpf schlug eine Traumflanke auf den am langen Pfosten freistehenden Tahmaz, der aus zehn Metern nur noch einzunicken brauchte. Die selben Spieler hätten in der 64. Minute für die Entscheidung sorgen können, behinderten sich aber gegenseitig und der Schuss von Schimpf wurde letztendlich gehalten. In einem Spiel, das sich immer mehr zu einem offenen Schlagabtausch entwickelte, schlug Strausberg noch einmal zurück. Nach einem Pass von links zog abermals Kirchstein ab und vollendete aus 15 Metern unhaltbar zum 3:3. Sollten die drei Punkte wieder aus den Händen gegeben werden? Nein, sollten sie nicht. Und dafür sorgte Mohamad Tahmaz. Mit seinem dritten Treffer sorgte er für das so wichtige 4:3. Als ein Akkus-Schuss vom Torwart abprallte, stand er goldrichtig. Durch geschicktes Spiel brachte Stahl den Vorsprung dann über die Zeit, bevor der nahezu fehlerlose Schiedsrichter Ihrke die Fans erlöste. Durch den Sieg verlässt unsere Mannschaft die Abstiegsplätze und kann in den nächsten Spielen nun aufs Mittelfeld aufschließen. Diese Spiele werden zwar schwer genug, doch sind die Gegner Neustadt und Velten alles andere als übermächtig. Zuerst steht am kommenden Samstag allerdings die wichtige Pokalaufgabe in Nauen an. Nach einem tristen Oktober könnte es also einen für unseren Verein goldenen November geben…
Stahl Brandenburg spielte mit: Jurzik – Marx (Yatkiner), Wilhelm, Bauer, Janke – Hilsenitz, Daszenies, Müller (G), Kräuter (ab 46. Akkus), Schimpf – Gühne (ab 36. Tahmaz)
Zuschauer: 210 (9 Strausberg-Fans)
Jörg Pochert
