Den Kopf freikriegen und mal nichts mehr vom Abstiegskampf hören, dachte sich der Trainerstab der Hessenliga-Fußballer des KSV Baunatal und verlegte das Montagtraining kurzerhand auf die Anlage des Golfparks Gudensberg. Dort stand natürlich nicht der Fußball im Mittelpunkt, sondern der komplizierte Umgang mit dem kleinen Golfball. Was anfangs zwar von den Spielern und dem neuen Vorstand belächelt wurde, sich aber im Lauf des Trainings als viel schwieriger erwies als angenommen.
Der Gudensberger Trainer Tim Bähr, der selber mal Fußball in Baunatal gespielt hat, hatte alle Hände voll zu tun, um bei den Jungs von Tobias Nebe und Manuel Pforr Fehler zu korrigieren, den Griff zu kontrollieren und Frust von nicht fliegenden Bällen zu vertreiben. Aber mit Klaus Purwin, dem neuen Ernährungsguru, der dieses Alternativtraining ermöglicht hatte, befand sich eine kompetente Hilfe, zumindest in der Frustbewältigung, an seiner Seite. So dass zwei Stunden wie im Flug vergingen, in denen mal wirklich nicht über Viererkette und Doppelsechs geredet wurde, sondern ganz allein der Spaß im Mittelpunkt stand. Der Spaß der automatisch entsteht, wenn die weiße Kugel endlich mal so fliegt, wie man es gern hätte. Was bei allen Spielern mehr oder weniger der Fall war und was zumindest für diesen Montag bei allen die Köpfe wirklich freimachte. Denn nur wer neue Wege geht, kann herausfinden, ob sie gut sind oder nicht. Was sich ja am Samstag beim Heimspiel gegen Buchonia Flieden zeigen wird.
Sabrina Bodewald (printmedia-agentur.de)
