Bei konstantem Nieselregen trafen sich die Vertretungen des VfB 09 Pößneck und vom FSV Wacker Nordhausen vor 68 Zuschauern an der Warte in Pößneck. Nach ihrem Sieg gegen Leinefelde wollten die Hujdurovic-Schützlinge mindestens einen Punkt aus der Partie holen. Die Gäste aus Nordhausen hatten am achten Spieltag mit einem 5:0-Sieg gegen Heiligenstadt aufhorchen lassen. Die Strategie des VfB war einfach: Zweikämpfe gewinnen und den Gästen unser Spiel aufzwingen.
Während die Nordhäuser noch mit der Zuordnung beschäftigt waren, schnappte sich Gilmar de Oliveira in der gegnerischen Hälfte das Leder und marschierte los. Er ließ die Außenverteidigung einfach stehen und kam zum Abschluss. 1:0 in der zweiten Minute. Wer erwartet hatte, dass sich der VfB jetzt auf das Verteidigen beschränkte, sah sich getäuscht. Viele Duelle wurden gewonnen und Freistöße heraus geholt. So geschehen in der neunten Minute, als Nitsch den abgeblockten Ball erwischte und aus zwanzig Metern abzog. Weiter ging es in Minute 12. Heimlich mit einem Freistoß aus ca. 25 Metern, welcher nur um Millimeter am Pfosten vorbei ging.
Von den Gästen war bis dahin nicht viel zu sehen, diese nutzten aber eine Unaufmerksamkeit in der VfB-Innenverteidigung. Lars Pohl nutzte die Gelegenheit und setzte sich im 16er gekonnt durch. 1:1 der Ausgleich. Die Gäste fanden jetzt besser ins Spiel und wollten nachsetzen. Der VfB mit verbessertem ‚Umkehrspiel‘ nutzte den Ballgewinn, um dann mit Überzahl den Gegner zu bedrängen. Aus so einer Situation heraus bediente Markus Güttich den mitgelaufenen Jacek Glowaczewski in der 21. Minute, aber ein knappes Abseits verhinderte mehr. Das gleiche Paar versuchte es erneut fünf Minuten später, aber der Pole verfehlte den Kasten knapp. John Heilmann war dann per Freistoß an der Reihe. Die 18 Meter Torentfernung waren schnell überwunden, der Ball ging leider über die Latte. Auch die Nordhäuser wollten endlich Kapital aus ihren Bemühungen schlagen. In der 34. Minute war es wieder Lars Pohl, der vor dem VfB-Tor auftauchte, den Ball aber per Kopf nicht voll traf.
In der Pause zeigte Trainer Hujdurovic, an der Taktik-Tafel, die Schwächen der Gäste auf und deren Ausnutzung. Die Zweikämpfe wurden härter und Schiri Lutz Laube aus Vachdorf schätzte des Öfteren Situationen falsch ein und ließ außer Acht, dass auf dem schweren Boden manche Duelle anders ausgehen als geplant. Zehn gelbe Karten sprechen nicht gerade für ihn. Die Pößnecker jetzt wieder besser organisiert. Chris Heimlich hatte per Freistoß in der 56. Minute die Möglichkeit zum Erfolg. Alle dachten der seitlich getretene Ball kommt auf den 11er. Aber der Schütze zog auf das kurze Eck. Torwart Lars Greschke wäre nie herangekommen, der Ball drehte sich aber vor dem Pfosten weg. Weitere Chancen taten sich für die VfB er auf. Güttich (58.) und wieder Heimlich (63.), dessen Schuss an der Latte endete. Der nach der Verletzung gegen Schott Jena zurückgekehrte Oliver Brausdorf kam besser ins Spiel und prüfte den Gästetorwart in der 67. Minute. Ernsthafte Chancen hatten die Wacker-Spieler bis dahin nicht, konnten aber einen Strafstoß in der 71. Minute heraus holen. Die 1:2-Führung ließ sich Adil Boukantar nicht nehmen. Der Pößnecker Steinborn war machtlos. Pößneck aber weiter im Vorwärtsgang. Sie versuchen mit spielerischen Mitteln, ein Unentschieden oder den Sieg zu erzielen. Die Gäste schlagen nur noch die Bälle über das Spielfeld. Ein Handelfmeter in der 79. Minute brachte dann den Ausgleich. Michael Urbansky sicherte den angestrebten Punkt. Fünf Minuten später musste der bereits mit Gelb belastete Christian Stahl, das Feld mit Gelb-Rot verlassen.
Fazit: Starke Leistung der Pößnecker, überraschend schwache Nordhäuser die trotz ihrer Neuzugänge aus höherklassigen Ligen das Spiel nicht gewinnen konnten. Der VfB stand hinter sicher, das Zusammenspiel mit den Stürmern muss noch verbessert werden.
VfB 09 Pößneck: Steinborn – Urbansky (GK), Nitsch (90.Sattler), de Oliveira (GK), Glowaczewski (GK), Braunsdorf, Naumoff, Stahl (GK/GR), Güttich (GK), Heilmann, Heimlich (GK)
FSV Wacker Nordhausen: Greschke – Wiegleb (GK), Töpfer (GK), Steinberg, Steinecke, Taute, Pohl, Beck, Klaus (GK), Vopel (GK/63. Ullrich), Boukantar
Torsten Schäfer
