Der FC Stahl Brandenburg hat sein Testspiel beim FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen gewonnen. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit steigerten sich die Brandenburger nach dem Wiederanpfiff, so dass am Ende ein standesgemäßes Ergebnis zu Buche stand.
Vor der Partie war auf Seiten des FC Stahl der Respekt vor der Eintracht groß. Hatten die KW’ler doch erst am Mittwoch den Zweiten der Landesliga-Südstaffel, den RSV Waltersdorf 09, bezwungen. Auch der Umstand, dass mit Wilhelm, Schimpf, Tiller, Hoffmann und Mebes fünf etatmäßige Stammkräfte fehlten und keine A-Jugendspieler (Rall, Wegner, Buczilowski) zur Verfügung standen, trug nicht gerade zu überschäumendem Optimismus bei. So entwickelte sich das Spiel zunächst als durchaus niveauvolle Auseinandersetzung zweier Teams auf Augenhöhe. Auf Stahl-Seite sorgte Probespieler de Faria mit einem Fernschuss erstmals für Torgefahr (6.), zwanzig Minuten später verpasste Schumacher eine tolle Eingabe (nach schöner Finte) des Brasilianers nur knapp. Auch Hanack schlug einen schönen Ball in den gegnerischen Strafraum, fand jedoch ebenfalls keinen Abnehmer. Wie Stahl hatten auch die Gastgeber vor der Pause drei Chancen, eine ‚Hundertprozentige’ war jedoch auf beiden Seiten nicht dabei.
Anders das Bild nach dem Seitenwechsel. Gemessen an der Leistungssteigerung der Stahl-Elf muss die Kabinenansprache von Trainer Ingo Nachtigall sehr energisch ausgefallen sein, denn die Blau-Weißen schalteten nun mindestens zwei Gänge nach oben. Der Gegner wurde fortan schon tief in der eigenen Hälfte attackiert und zu Fehlern gezwungen. Nach nicht mal einer Minute wurde Tarnow hervorragend von Kahl bedient, scheiterte jedoch. Wenig später machte er es besser. Ein Eintracht-Abwehrspieler hatte den Ball mit der Hacke unglücklich zurück in den eigenen Strafraum gespielt. Tarnow brauchte nur noch abzustauben – 0:1. Auch die nächste Situation führte zu einem Tor. Schumachers mustergültige Vorarbeit fand in Tarnow einen dankbaren Abnehmer, der souverän vollendete. Nachdem Stahl weitere Chancen vergeben hatte (u.a. Kopfbälle von Taube und Gotsch), hatte die Offensivphase allerdings schon wieder ihr Ende. Der Gastgeber merkte nun, dass die Brandenburger nicht unverwundbar sind, und versuchte noch einmal alles. Die Bemühungen wurden belohnt, Lingor traf aus zehn Metern und sorgte so wieder für Spannung. Ihr Pulver hatte die Eintracht nun aber verschossen. Nach der Schwächephase besann sich Stahl wieder auf seine Stärken. Leider versprang Tarnow ein Ball unglücklich, so dass sein dritter Treffer noch warten musste. In einer weiteren Szene vergab Nachtigall einen schönen Fernschuss (nach Schumacher-Vorarbeit). Vier Minuten vor dem Spielende sorgte Taube dann für die vermeintliche Entscheidung. Nach einem Eckball konnten die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern, so dass der junge Stahl-Stürmer aus Nahdistanz ohne Probleme einschob. Kurioserweise wiederholte sich die Szene in ähnlicher Weise nach nur wenigen Sekunden, jedoch auf der Gegenseite. So musste doch noch einmal Tarnow ran. Mit seinem dritten Treffer beseitigte er nach einem gut geschossenen Nachtigall-Freistoß endgültig alle Zweifel am Brandenburger Erfolg. Der gute Schieri Heinze pfiff die Begegnung anschließend nicht mehr an.
Der Sieg war am Ende verdient, auch in dieser Höhe. Die Brandenburger überzeugten in der zweiten Hälfte besonders kämpferisch, zum Teil waren auch richtig gute Spielzüge zu sehen. Mit dieser Leistung sollte in der kommenden Woche auch beim Rückrundenauftakt gegen den SV Empor Schenkenberg ein voller Erfolg möglich sein, wenngleich die Personalprobleme bis dahin noch nicht vollends behoben sein werden. Gute Ansätze zeigte Probespieler de Faria, der aber noch Trainingsrückstand hat. Er soll weiter getestet werden. Möglicherweise findet am Dienstag oder Mittwoch noch ein weiteres, kurzfristiges Testspiel statt, um vor dem schweren Spiel gegen die Schenkenberger weitere Praxis zu bekommen.
Der FC Stahl Brandenburg spielte mit: Krüger – Bauer (ab 21. Schumacher), Koch, Sommerlatte, Kräuter (G) – Nachtigall, Leimbach, de Faria (ab 56. Taube, G), Hanack (ab 46. Gotsch) – Kahl, Tarnow
Zuschauer: 45 (darunter ein Stahl-Fan) in Zeesen
Tore: 0:1 Tarnow (49.), 0:2 Tarnow (52.), 1.2 Lingor (68.), 1:3 Taube (86.), 2:3 Kather (86.), 2:4 Tarnow (90.+2)
Jörg Pochert
